10 Fragenzu den Stadtratswahlen am 12. September der Redaktion von Borkum-Aktuell in der August-Ausgabe an die Borkumer Sozialdemkraten*innen

1. Borkum weiterentwickeln! Wo besteht auf Borkum Ihrer Ansicht nach dem dringendsten Handlungsbedarf?

Nachhaltigkeit von Investitionen spielt eine bedeutende Rolle. Technische- soziale- und touristische Infrastrukturen der Insel wie z. B. das südliche Kurviertel mit seinem Leuchtturmprojekt der sanierungsbedürftigen Kulturinsel müssen vorangetrieben werden. Des Weiteren besteht in der Straßen- sowie Kanalsituation auf der Insel dringender Handlungsbedarf.

2. Warum sollte am 12. September das Kreuz bei Ihrer Partei stehen? Welches ist die wichtigste Kernaussage der Partei für Borkum?

Wir möchten gemeinsam mit den Bürgern und der Kommune die Insel weiterentwickeln und dabei mögliche Wege einer Verbesserung aufzeigen. Dazu benötigt es den Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit aller Mitwirkenden. Wir brauchen einen konstruktiven Austausch und keine Verhinderungspolitik.

3. Was planen Sie für Kinder und Jugendliche? Von Freizeitangebot bis zur Prävention vor Inselflucht. Was wäre Ihrer Ansicht nach zeitnah machbar.

Wir brauchen eine Stärkung der Fachberufe sowie der Ausbildung auf Borkum. Nicht nur die Berufsbildende Schule der Insel muss gesichert sein, sondern die ausbildenden Borkumer Unternehmen müssen gefördert werden. Die Einbeziehung unserer jungen Generation in die politischen Belange der Insel sollte bereits frühzeitig erarbeitet und stetig ausgebaut werden. Die Jugend sollte die Gestaltung ihrer Zukunft mit in die Hand nehmen.  

4. Es gibt die Idee von einem seit Jahren geforderten „Tourismusausschuss“? Wie passen Politik und Tourismusentwicklung zusammen?

Ein Tourismusausschuss, der sich ausschließlich mit Themen des Kerngeschäftes unserer Insel befasst, wird von uns Sozialdemokraten unterstützt und ausdrücklich befürwortet. Bereits 2015 wurde durch die SPD-Fraktion eine solche Einrichtung beantragt, jedoch mit 9 Gegenstimmen im Rat abgelehnt. Arbeitsprozesse der kommunalen Verwaltung, sowie der auf den Tourismus ausgerichteten handelnden Personen und Unternehmen zu bündeln, sehen wir als eine gute Chance bessere Ergebnisse für den Tourismus zu erzielen.

5. Wie steht es um eine bezahlbare Lebensgrundlage und -qualität für Insulaner?

Die Aussage aus Borkum 2030 „Borkum soll … die lebenswerteste Insel … sein“ muss mehr in den Fokus gerückt werden. Bei den zukünftigen Entscheidungen bezüglich Bebauungspläne, Verkehr und Entwicklung des Kurviertels sollten nicht nur die Interessen des Gastes herangezogen werden. Städtische Grundstücke könnten per Erbpacht an Wohnungsbaugenossenschaften abgegeben werden um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

6. Themen Umwelt- und Naturschutz, emissionslose Insel? Wie geht es in der nächsten Ratsperiode weiter?

Umwelt- und Naturschutz ist ein zentrales Thema auf Borkum. Gegenüber dem Nationalpark sollte es keine grundsätzlich ablehnende Haltung geben, jedoch ist das Vorgehen dessen Verwaltung genaustens und auch kritisch zu hinterfragen. Es darf nicht zu weiteren Einschränkungen der Bevölkerung in seiner „Bewegungsfreiheit“ kommen. Die emissionslose Insel als Leuchtturmprojekt für andere Destinationen sollte auf jeden Fall weiter vorangetrieben werden. Die negativen Entwicklungen des Klimawandels werden wir hier durch Hochwasser, Starkregenereignisse und Stürmen immer mehr zu spüren bekommen. 

7. Insulaner- und Gästeautos, Liefer- und Handwerkerverkehr, E-Mobilität, Parkplätze, Fahrradaufkommen, veränderte Gegebenheiten? Ist das jahrzehntealte Verkehrskonzept insgesamt noch zeitgemäß?

Wenn wir den Verkehr nachhaltig beruhigen wollen, um für Insulaner und Gäste die Aufenthaltsqualität auf der Insel zu erhalten bzw. eine Verbesserung erzielen wollen, hat dies auch immer mit persönlichen Einschnitten zu tun. Das bestehende Verkehrskonzept war bereits in seiner Entwicklung schwer umzusetzen. Eine Neustrukturierung des ÖPNV mit dem Anbieter im Boot, sehen wir als einen möglichen Schritt eine Verbesserung zu erzielen. Bei alle dem sollte allerdings jeder Gast und auch Borkumer sein eigenes Handeln in Sachen Mobilität hinterfragen.

8. Wie und wann sollen Digitalisierung (Stadt, Schule, touristische und eigenständige Prozesse) / Borkum-Card umgesetzt werden?

Die Digitalisierung hat gerade in Zeiten von Corona enorm schnell an Fahrt aufgenommen. Das digitale Angebot an Dienstleistungen und behördlichen Vorgängen sowie interne und externe Prozesse der öffentlichen Bereiche wie z. B. im Tourismusservice müssen ausgebaut werden.

9. Wie kann das Finanzproblem der Stadt Borkum und der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG) gelöst werden, ohne Mehrbelastung für die Bevölkerung?

Ausgaben zu minimieren ist immer nur ein kurzfristiger Schritt. Daher müssen wir langfristig Investieren um die Infrastruktur der Insel zu verbessern. Dazu brauchen wir neue Geschäftsfelder die gleichzeitig von der Borkumer Bevölkerung getragen werden. Des Weiteren müssen wir unsere kommunalen Strukturen durchleuchten um Abläufe effizienter abzuarbeiten. Ziel muss es sein, Mehrbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger weitestgehend zu vermeiden.

10. Wie können Parteiarbeit und politische Entscheidungen für den Bürger nachvollziehbarer gestaltet werden?

Dafür sollten die offiziellen, öffentlichen sowie behördlichen Informationskanäle benutzerfreundlicher gestaltet werden. Dadurch erreichen wir Transparenz in der Bevölkerung.  Eine unsachliche Auseinandersetzung über politische Themen der Insel auf privaten Plattformen der Social-Media ist hier nicht zielführend.